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Artikel: Plattenspieler einstellen: Tonabnehmer justieren

Tonabnehmer justieren mit der Justierschablone Achat 1
Achat 1

Plattenspieler einstellen: Tonabnehmer justieren

Ein sauber justierter Tonabnehmer klingt ruhig. Stimmen stehen klar zwischen den Lautsprechern, Zischlaute bleiben sauber, und das letzte Stück einer Plattenseite klingt so gelassen wie das erste. Dafür brauchen Sie etwa eine Viertelstunde und eine gute Justierschablone. Dieser Ratgeber erklärt, worauf es beim Plattenspieler einstellen ankommt, und führt Sie Schritt für Schritt durch die Justage.

Warum die Justage den Klang prägt

Beim Schneiden einer Schallplatte bewegt sich der Schneidstichel in einer geraden Linie vom Rand zur Mitte. Ein Drehtonarm kann das nicht. Er schwenkt auf einem Bogen, und die Nadel trifft die Rille an fast jeder Stelle der Plattenseite in einem leicht anderen Winkel. Diesen Winkel nennt man Spurfehlwinkel.

Ganz vermeiden lässt er sich nicht, aber klein halten. Ein schlecht justierter Tonabnehmer tastet die beiden Rillenflanken ungleich ab. Sie hören das an scharfen Zischlauten, einer weniger stabilen Stereomitte und zunehmender Verzerrung zum Ende einer Seite. Auch Nadel und Platte nutzen sich ungleichmäßiger ab.

Überhang, Kröpfung und Nullpunkte

Die Justage besteht aus zwei Einstellungen:

  • Überhang: wie weit die Nadel über die Mitte des Plattentellerdorns hinausreicht. Sie stellen ihn ein, indem Sie den Tonabnehmer im Headshell nach vorn oder hinten schieben.
  • Kröpfungswinkel: der Winkel, in dem der Tonabnehmer im Headshell sitzt. Sie stellen ihn ein, indem Sie den Tonabnehmer leicht drehen.

Sind beide richtig eingestellt, steht die Nadel an zwei Stellen der Platte exakt in Rillenrichtung. Das sind die Nullpunkte. Dazwischen und außerhalb bleibt der Fehler gering. Eine Zwei-Punkt-Schablone zeigt beide Nullpunkte, so prüfen Sie Überhang und Kröpfung, ohne die genauen Maße Ihres Tonarms zu kennen.

Warum die Geometrie einen Unterschied macht

Wo die Nullpunkte liegen, bestimmt die Geometrie. Die bekannten Geometrien unterscheiden sich vor allem darin, wie sie den Fehler zwischen äußeren und inneren Rillen verteilen. Viele rechnen mit einer Rille, die fast bis an das Etikett reicht.

Auf den meisten Schallplatten endet die Musik früher. Die Achat 1 nutzt deshalb die eigene OTA®-Geometrie (Optimum Tracking Angle), entwickelt speziell für Langspielplatten, mit Nullpunkten weiter außen, bei 74 und 128 mm. Die größte Abweichung der Nadel liegt so bei rund 1,2 Grad, nach DIN-Justage sind es bis zu 2,1 Grad (berechnet für 211 mm Montageabstand). Die Verzerrungen durch den Spurfehlwinkel sinken gegenüber DIN-orientierten Schablonen um bis zu 80 %. Der Fehler verteilt sich gleichmäßiger über den Bereich, in dem Musik ist, und die Plattenseite klingt vom ersten bis zum letzten Stück ausgeglichen.

Die OTA-Geometrie braucht etwa 3 bis 4 mm mehr Überhang als eine DIN-Justage. Der Tonabnehmer muss sich im Headshell entsprechend weiter nach vorn schieben lassen. Ist das nicht möglich, muss der Drehpunkt des Tonarms näher zur Tellermitte rücken.

Was Sie brauchen

  • Eine Zwei-Punkt-Schablone, zum Beispiel die Tonabnehmer-Justierschablone Achat 1
  • Eine Druckbleistiftmine und etwas Klebeband als Ablesehilfe
  • Einen kleinen Schraubendreher oder Innensechskant für die Tonabnehmerschrauben
  • Gutes Licht und nach Möglichkeit eine Lupe
  • Ihre gewohnte Plattentellerauflage auf dem Teller, denn sie verändert die Höhe, auf der die Schablone liegt

Tonabnehmer justieren, Schritt für Schritt

1. Plattenspieler vorbereiten. Richten Sie den Plattenspieler waagerecht aus, legen Sie Ihre gewohnte Auflage auf und stellen Sie die Auflagekraft ungefähr auf den Wert des Herstellers ein. Der Antrieb bleibt während der gesamten Justage ausgeschaltet. Lösen Sie die Tonabnehmerschrauben nur so weit, dass sich der Tonabnehmer mit leichtem Druck verschieben lässt.

2. Ablesehilfe anbringen. Befestigen Sie eine Druckbleistiftmine mit Klebeband an der Stirn- oder Unterseite des Tonabnehmers, waagerecht und quer zum Nadelträger. Die Mine verlängert die Kante des Tonabnehmers. So sehen Sie viel genauer, ob er parallel zu den Hilfslinien steht.

3. Schablone auflegen. Legen Sie die Schablone wie eine Schallplatte auf den Dorn, sodass sie plan aufliegt. Lassen Sie den Nadelschutz aufgesteckt, solange Sie den Arm von Hand bewegen, und nehmen Sie ihn erst zum Absenken ab.

Justierschablone auf den Dorn des Plattentellers auflegen

4. Innerer Nullpunkt (R74). Schwenken Sie den Tonarm über die Schablone, bis die Nadelspitze über dem inneren Nullpunkt R74 steht. Der Arm bleibt dabei angehoben. Drehen Sie den Tonabnehmer im Headshell, bis die Mine parallel zu den Hilfslinien liegt. Senken Sie die Nadel dann behutsam auf den Nullpunkt ab und prüfen Sie das Ergebnis.

5. Äußerer Nullpunkt (R128). Heben Sie die Nadel an und senken Sie sie auf die Bogenlinie von R128 ab. Drehen Sie die Schablone nun vorsichtig, sodass sich die Nadel dem Nullpunkt nähert. Liegt die Mine schon parallel zu den Hilfslinien, bevor die Nadel den Nullpunkt erreicht, ist der Überhang zu klein: Schieben Sie den Tonabnehmer ein wenig nach vorn.

Nadel auf dem äußeren Nullpunkt R128 der Achat 1

6. Abwechselnd nachstellen. Jede Korrektur an einem Punkt verändert den anderen ein wenig. Richten Sie den Tonabnehmer erneut aus oder ändern Sie den Überhang, bis Mine und Hilfslinien an beiden Nullpunkten parallel verlaufen. Zwei bis drei Durchgänge sind üblich.

7. Festziehen und prüfen. Ziehen Sie die Schrauben gleichmäßig und abwechselnd an, damit sich der Tonabnehmer nicht verdreht. Prüfen Sie danach beide Nullpunkte ein letztes Mal und entfernen Sie die Mine.

Tonabnehmer mit abgesenkter Nadel auf der Justierschablone, Seitenansicht

Arbeiten Sie behutsam, der Nadelträger ist empfindlich. Senken Sie die Nadel immer langsam ab und drehen Sie die Schablone nur mit leichter Hand.

Tonarm einstellen: die weiteren Schritte

Die Schablone stellt Überhang und Kröpfung ein. Vier weitere Einstellungen vervollständigen den Plattenspieler. Sie werden mit anderen Werkzeugen gemacht:

  • Auflagekraft: mit einer Tonarmwaage genau auf den Wert des Tonabnehmerherstellers einstellen.
  • Antiskating: als Ausgangspunkt auf denselben Wert wie die Auflagekraft.
  • Tonarmhöhe (VTA): so, dass der Tonarm bei aufgesetzter Nadel etwa parallel zur Platte läuft.
  • Azimut: so, dass die Nadel von vorn gesehen senkrecht in der Rille steht.

Schablone zum Ausdrucken oder Justierschablone aus Aluminium?

Schablonen zum Ausdrucken gibt es kostenlos, und für den Anfang sind sie ein brauchbarer Weg. Ihre Grenzen sind praktischer Art. Ein Drucker skaliert selten auf den Millimeter genau, Papier wellt und verschiebt sich, und das Mittelloch sitzt locker auf dem Dorn. Ein kleiner Fehler am Dorn wird an den Nullpunkten größer.

Justierschablone aus eloxiertem Aluminium liegt plan auf dem Plattenteller

Eine Schablone aus eloxiertem Aluminium bleibt plan und maßhaltig, sitzt passgenau auf dem Dorn und liefert bei jedem Tonabnehmerwechsel dasselbe Ergebnis. Dafür ist die Achat 1 gemacht: handgefertigt in Deutschland, mit den Nullpunkten R74 und R128 und parallelen Hilfslinien an beiden. Zur Tonabnehmer-Justierschablone Achat 1.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, dass mein Tonabnehmer schlecht justiert ist?
Typisch sind scharfe Zischlaute, eine Stereomitte, die zu einer Seite zieht, und Verzerrungen, die zum Ende einer Plattenseite zunehmen. Dann lohnt es sich, zuerst die Justage zu prüfen.

Passt eine Zwei-Punkt-Schablone zu jedem Tonarm?
Sie passt zu nahezu allen Drehtonarmen, weil sie das Ergebnis an den Nullpunkten prüft und nicht von den Maßen des Arms abhängt. Für die OTA-Geometrie muss sich der Tonabnehmer etwa 3 bis 4 mm weiter nach vorn schieben lassen als bei DIN. Tangentialtonarme führen die Nadel in gerader Linie und brauchen keine solche Schablone.

Wie oft sollte ich die Justage prüfen?
Bei jedem Tonabnehmerwechsel, nach einem Umzug oder Transport des Plattenspielers und zwischendurch gelegentlich. Mit einer Schablone dauert das wenige Minuten.

Welche Geometrie ist die richtige?
Eine einzig richtige gibt es nicht. Jede Geometrie legt ihre Nullpunkte dorthin, wo sie den Fehler für am wichtigsten hält. Die OTA-Geometrie der Achat 1 konzentriert sich auf den Bereich der Platte, in dem die Musik ist.

Mehr für Ihren Plattenspieler: Plattenspieler Zubehör und die Plattentellerauflage Perfect Interface.

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